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Berichte 2008
Partnerstadt Neckarsulm

Weitsichtiger Unternehmer u. Brückenbauer

Braucht es Sozialdetektive?
Abrüstung in den privaten Haushalten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Stadtpräsidium / Stadtkanzlei / FS


Partnerstadt Neckarsulm feierte 50-jährige Städtepartnerschaft mit Carmaux
Unsere Partnerstadt Neckarsulm feierte über das Wochenende vom 25. bis 27. April 2008 das 50- jährige Partnerschaftsjubiläum mit ihrer Partnerstadt Carmaux in Südfrankreich. Die beiden Städte haben 1958 als eine der ersten Kommunen in Europa eine offzielle Städtepartnerschaft begründet.
Aus diesem Anlass empfing Neckarsulm am letzten Aprilwochenende eine grössere Besuchergruppe aus Carmaux, um im Rahmen eines feierlichen Festaktes das seltene Jubiläum zu würdigen.


v.l.n.r. Marianne Bumbacher, Jürg Bumbacher, Robert Gerber, Raphäel Pilloud, Beat Gilomen, Boris Banga, Barbara Banga-Schaad, Hubert Bläsi, Dorly Enggist, Rolf Enggist, Yvette Seematter, François Scheidegger, Kurt Seematter


François Scheidegger, Stadtschreiber, Alain Espié, Bürgermeister von Carmaux, Volker Blust, Oberbürgermeister von Neckarsulm, Boris Banga, Stadtpräsident


Alain Espié, Bürgermeister von Carmaux, Volker Blust, Oberbürgermeister von Neckarsulm, Boris Banga, Stadtpräsident, Günter Gloser MdB, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, Christian Dumon, Generalkonsul Frankreichs in Baden-Württemberg


Die Festansprache hielt kein geringerer als Staatsminister Günter Gloser, Beauftragter für Europa im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland. Stadtpräsident Boris Banga, welcher eine 12-köpfige Delegation aus Verwaltung und Vereinsvertretern anführte, überbrachte im Rahmen seiner viersprachigen Grussbotschaft die Glückwünsche der weitere Partnerstädte Bordighera (Italien), Budakeszi (Ungarn), Zschopau (Sachsen) und Grenchen.

Weitere Auskünfte erteilt Stadtschreiber François Scheidegger unter Telefon 032 655 66 20

Weitsichtiger Unternehmer und Brückenbauer
Beitrag für Festschrift Franz Binder
von Stadtpräsident Boris Banga, Grenchen

Im Jahre 1979, dem Ansiedlungsjahr der Binder Electronic Components AG, standen Stadt und Region Grenchen mitten in der Uhrenkrise. Umso glücklicher waren wir darüber, dass eine Tochtergesellschaft des renommierten Neckarsulmer Unternehmens Binder für den Standort Grenchen gewonnen werden konnte. Diese Firmengründung leistete einen sehr wichtigen Beitrag für eine breitere und vielfältigere Branchenstruktur. Eine solche Diversifikation - kombiniert mit dem profunden unternehmerischen Know-how unserer Bevölkerung - ist auch heute noch eine der Leitlinien unserer Wirtschaftspolitik.

Vor 29 Jahren war die Binder Electronic Components AG eines der ersten Ansiedlungsprojekte der neu geschaffenen Grenchner Wirtschaftsförderung. Das Projekt "Binder" galt damals als wegweisend für die Wirtschaftsförderung: als Bilderbuch-Beispiel dafür, wie eine Ansiedlung pragmatisch und ohne langwierige Formalitäten realisiert werden muss.

Durch die unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen den Protagonisten Franz Binder und meinem Vorgänger, Stadtammann Eduard Rothen sel., ging alles sehr zügig voran.

Seither beweist die Firma Binder in Grenchen Know-how, Qualität und auch die Fähigkeit, mit den veränderten Kundenbedürfnissen und mit den technologischen Neuerungen Schritt zu halten. Sie trägt damit dazu bei, den Technologiestandort Grenchen zu stärken. Sie bietet ebenfalls Arbeitsplätze für qualifizierte Fachleute und Ausbildungsplätze an.

Die Firma Binder steht zudem am Anfang der Städtepartnerschaft zwischen Neckarsulm und Grenchen, welche durch die damaligen Kontakte initiiert wurde. Eine Partnerschaft, welche einen fruchtbaren Austausch nicht nur auf der Behördenebene, sondern auch zwischen Kulturinstitutionen, Vereinen und Schulen ermöglicht.

Wir schätzen diese Partnerschaft sehr. Und es kommt nicht von ungefähr, dass wir die neue, für uns sehr wichtige Zubringerstrasse zur Autobahn nach unserer Partnerstadt benannt haben.

Hinter all dem steht Franz Binder, der sich in vielfältiger Weise um die Stadt Grenchen verdient gemacht hat: seit bald 30 Jahren ist die Binder Electronic Components AG fest mit Grenchen verbunden; gleichzeitig steht Franz Binder für den Brückenschlag zwischen den beiden Städten. Deshalb wurde er auch mit der Wappenscheibe der Stadt Grenchen geehrt. Wir sind stolz, solche Unternehmer und Brückenbauer in unserer Stadt zu haben.

Grenchen, April 2008

Braucht es Sozialdetektive?


Pro-Kommentar von
Boris Banga, Stadtpräsident Grenchen, 13. März. 2008

Fachleute schätzen, dass die Missbrauchsquote in der Sozialhilfe zwischen einem und fünf Prozenten liegt. Mit professionellen Fallaufnahmen und knallhartem Controlling lässt sich ein grosser Teil von Missbräuchen verhindern oder aufdecken. Entsprechende Instrumente wie standardisierte Fragen und Nachprüfungen sind ein wirksames Mittel dazu. Bei einer kleinen Zahl von Klienten greift jedoch die professionelle Arbeit allein nicht; dort, wo ein konkreter Verdacht besteht.
Eine neu zugezogene Familie meldet sich beispielsweise bei der Sozialhilfe. Erkundigungen ergeben, dass sich früher ein Elternteil Betrügereien schuldig machte. Trotz anfänglicher Kooperation wird in dem Moment ein Arztzeugnis geliefert, wo eine Arbeitsaufnahme verlangt wird. Innert kurzer Zeit wechseln Krankheitsbilder und behandelnde Ärzte. Oder der Klient wird beim Autofahren mit teuren Autos beobachtet, die nicht auf ihn eingelöst sind. Und Nachbarn melden, dass die Klientin am Abend die Wohnung verlässt und am Morgen wieder zurückkehrt.

All dies zeigt, dass professionelle Arbeit allein nicht genügt. Hier müssen verdeckte Ermittler eingesetzt werden, weil sich der Verdacht für eine Straftat noch nicht verdichtet und weil sich die „bekannten“ Gesichter der Polizei ohnehin nicht für diese Arbeit eignen.
Seit mehr als zwei Jahren operiert Grenchen erfolgreich mit beauftragten Privatdetektiven, was auch in einem Beschwerdefall als rechtmässig erkannt wurde: Ermittlungen dürfen zwar nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern nur auf konkreten Verdacht hin erfolgen, und die fehlenden Informationen müssen zur Klärung der Bedürftigkeit notwendig sein.

Durch die Anerkennung des Problems Missbrauch und durch entsprechende Gegen-Massnahmen wird das Vertrauen in die Sozialarbeit gestärkt. Sozialromantik hat hier keinen Platz! Wir haben dafür zu sorgen, dass die Sozialhilfe - immerhin sind es Steuergelder - den Leuten zukommt, die diese Hilfe wirklich nötig haben.


Abrüstung in den privaten Haushalten: Ordonnanzwaffen gehören nicht in den Kleiderschrank!

Zwei Morde, ein versuchter Mord mit anschliessendem Selbstmord im Wallis, die Erschiessung der Partnerin in Chur, ein Amoklauf in Baden und das Tötungsdelikt von Höngg sind vorläufige Höhepunkte einer nicht endenden Reihe von Tragödien. Die Wissenschaft ist sich einig: Hauptgrund sind Schusswaffen in Privathaushalten. Nach Untersuchungen von Kriminologen sind es diese Schusswaffen, welche das Töten gerade auch Männern ohne Gewaltneigung so entsetzlich „erleichtern“. Schusswaffen erlauben nämlich problemlos, mehrere Menschen gleichzeitig zu töten. Vier von fünf Taten dieser Art werden in der Schweiz mit Schusswaffen verübt. Nicht unerwähnt bleibe, dass die Schweiz bei Suiziden ebenfalls eine Spitzenposition einnimmt.

Neben den Tötungsdelikten und Selbstmorden mit Ordonnanzwaffen ist auch der Bereich der häuslichen Gewalt zu nennen, über die es keine Statistik gibt. Sprechen wir aber mit Vertreterinnen von Frauenhäu­sern oder mit Leuten aus dem Erziehungswesen, so stellen wir fest, dass dies ein reales Problem ist. Es gibt tatsächlich Männer, welche die Waffe nicht hervorholen oder damit schiessen. Sie haben aber die Möglichkeit, dies anzudeuten und damit zu drohen - gegenüber der Frau und gegenüber den Kindern.

Es besteht zudem keine militärische Notwendigkeit mehr, Waffen mit nach Hause zu nehmen. Angesichts der heutigen Vorwarnzeiten muss ein Angehöriger der Armee nicht innert Minuten seine Waffe zur Hand haben. Es gibt in Europa keine Armee, auch keine Milizarmee, welche die Waffen bei ihren Armeeangehörigen lagern lässt.

Die Initiative will die Diskussion eröffnen, damit Ordonnanzwaffen zwischen den Diensten nicht zur privaten Aufbewahrung überlassen werden. Und weil es hier um eine Missbrauchsgesetzgebung geht, sind für aktive Mitglieder von Schiessvereinen und Sammler geeignete Ausnahmebestimmungen zu schaffen.

Diese Änderungen werden mithelfen, die Schwelle zur Gewaltanwendung zu erhöhen. Weil das Parlament bis heute die Diskussion verweigerte, blieb nur der Weg über eine Volksinitiative.

Grenchen, den 2. Januar 2008
Boris Banga